Bronzezeit Bayern Museum

Die archäologische Fundstätte Bernstorf

 

Im Kranzberger Ortsteil Bernstorf erkundeten ab 1994 zwei Hobbyarchäologen, Traudl Bachmaier und Dr. Manfred Moosauer, Überreste am Rande der Bernstofer Kiesgrube, die auf eine eisenzeitliche Verhüttungsstätte zu deuten schienen. Ohne es zunächst zu ahnen, waren sie auf eine in einem gewaltigen Brand untergegangene, bronzezeitliche Holz-Erde-Mauer gestoßen – die jedoch vom Kiesabbau bedroht war. Ein nervenaufreibender Wettlauf zwischen Archäologen und Kiesbaggern begann und führte 1998 zu einem Jahrhundertfund: dem Goldschatz von Bernstorf und - zwei Jahre später - einzigartigen Bernsteinfunden.

Weitere Zerstörungen der Anlage konnten zunächst nicht verhindert werden. Nun jedoch ist der Kiesabbau beendet. Naturwissenschaftliche Untersuchungen der Gold- und Bernstein-Funde bestätigten deren Echtheit. Wissenschaftliche Grabungen, zuletzt im Rahmen einer von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Kampagne der Universität Frankfurt, vertieften die Erkenntnisse über die bronzezeitliche Befestigung, deren Holz-Erde-Mauer mit einer Länge von 1,6 km rund 13 ha umschloss. Damit ist Bernstorf die größte bekannte bronzezeitliche Befestigung dieser Art nördlich der Alpen.

Doch hat diese viele ihrer Geheimnisse noch nicht preisgegeben. Ihre wissenschaftliche Erforschung, wobei auch das Umland in den Fokus mit einbezogen wird, ist noch nicht abgeschlossen. Der Berg von Bernstorf, von dem eine alte Sage behauptet, er berge eine „versunkene Stadt“, wird also auch zukünftig noch spannender Forschungsgegenstand sein.

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